Reformiert?
Etwas über das "Reformierte"
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Unser reformierter Gottesdienst |
Besuchen Sie uns in unserer Kirche! Wir freuen uns, wenn Sie kommen. Die Feier unseres Gottesdienstes beginnt gewöhnlich um 10.15 Uhr. Sie unterscheidet sich in einigen Teilen von der anderer evangelischer Kirchen. Sei es in Bielefeld oder anderswo. Das ist begründet in unserer Tradition als einziger reformierter Gemeinde in Bielefeld seit dem Jahr 1657. Im Wissen um diesen reichen Glaubens- und Erfahrungsschatz feiern wir Gottesdienst, entsprechend der reformatorischen Einsicht, dass die Kirche und damit auch der Gottesdienst ständig zu reformieren sind. Gottesdienst feiern - das tut die ganze versammelte Gemeinde. Mit der Frage 103 des Heidelberger Katechismus, unserer Bekenntnisschrift, tun wir dies, indem wir Gottes Wort lernen (Lesungen, Predigt), die heiligen Sakramente (Abendmahl, Taufe) gebrauchen, den Herrn öffentliche anrufen (Lieder, Gebete) und Gaben christlicher Nächstenliee zusammenlegen (Kollekte, im Eingang für diakonische Aufgaben der Gemeinde, am Ausgang für den angekündigten Zweck). |
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Der Kirchenraum |
Wenn Sie zum ersten Mal in unserer Kirche sind, fällt Ihnen sicherlich die recht nüchterne Gestaltung des Innenraumes auf. Das Kirchengebäude als reformierter Versammlungsraum hat keinen Eigenwert im Sinne besonderer Heiligkeit. Die schlichte Würde soll die Konzentration auf das Geschehen um Wort und Sakrament fördern. Darum finden Sie hier kein Kreuz und keine Kerzen, keine fest installierten Bilder und zumeist auch keinen Blumenschmuck. Statt eines Altars steht im Chorraum der Abendmahlstisch, auf dem die Bibel liegt. Darüber zeigen die drei Fenster in der Mitte die Buchstaben Alpha und Omega, links ein alttestamentliches und rechts ein neutestamentliches Bibelwort. |
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Die Eingangsliturgie |
Nach reformiertem Verständnis soll die Abfolge der Gesänge, Gebete und Lesungen (die Liturgie) schlicht sein und dem Eindruck widerstehen, als ob der Mensch durch die Menge oder die kunstvolle Anordnung seiner religiösen Übungen vor Gott eine eigene Leistung erbringen könne. Darum betonen wir mit Psalmlesung, Pslamlied und Schriftlesung den Grund unseres Gottesdienstes im Hören auf das Wort Gottes Alten und Neuen Testaments. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Einheit beider Testamente, durch die Gottes Treue zu seiner Schöpfung und der Weltbezug des biblischen Glaubens erkennbar werden. |
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Die Predigt |
"Eine gute reformierte Predigt dauert mindestens 20 Minuten..." - so spotten heute noch manche Gottesdienstbesucher. Eines wird an dieser - unzutreffenden - Bemerkung deutlich: Das wesentliche Kennzeichen des reformierten Gottesdienstes ist die Predigt des Wortes Gottes. Wer in einer reformierten Gemeinde predigt, ist vor allem anderen verpflichtet, den Vorrang der Schriftaussage zum Zuge zu bringen. Die Mündigkeit der Gottesdienstbesucher wird dadurch unterstrichen, dass in allen Bänken unserer Kirche Bibeln ausliegen, um Lesungen und Predigttext selber mit- bzw. nachzulesen. |
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Das Abendmahl |
Zum Abendmahl sind alle Gottesdienstbesucher eingeladen, auf Beschluss des Presbyteriums auch Kinder, sofern sie den Sinn der Abendmahlsfeier als Zeichen der Gemeinschaft untereinander und mit Gott erfahren können. Wir versammeln uns um den (Abendmahls-) Tisch und teilen zunächst das Brot. In der Regel verwenden wir Traubensaft und reichen ihn seit einigen Jahren aus hygienischen Gründen zunächst in Einzelkelchen, danach im Gemeinschaftskelch. Nach reformiertem Verständnis werden die "Elemente" Brot und Wein bzw. Traubensaft so normal wie möglich angesehen, sie werden zu nichts anderem, als was sie auch sonst sind. Unterstrichen wird dies unter anderem dadurch, dass alle Abendmahlsgäste Brot und Kelch selber in die Hand nehmen. Das gemeinsame Tun beim Brotbrechen, Essen und Trinken stellt das Zeichen der Gemeinschaft mit Jesus Christus sowie mit seinem Sterben und Auferstehen für uns dar. |
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Die Taufe |
Entsprechend dem Taufbefehl aus Matthäus 28 taufen wir nicht "im Namen", sondern "auf den Namen" des dreieinigen Gottes und betonen bei jeder Tauffeier nicht nur die Verantwortung zur christlichen Erziehung der Eltern und Paten, sondern die der ganzen versammelten Gemeinde. Beim Sprechen des apostolischen Glaubensbekenntnisses ist uns wichtig, die Katholizität der Kirche Jesu Christi auszudrücken: Ich glaube an Gott, den Vater, denn Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige, allgemeine, christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. AMEN. |
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Heidelberger Katechismus |
Der Heidelberger Katechismus ist das Bekenntnisbuch aller reformierten Gemeinden. Den Text und weitere Informationen finden Sie auf einer Website der Evangelischen Kirche in Deutschland. |
